Klassisches Hodgkin-Lymphom

Als Hodgkin-Lymphome werden bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems bezeichnet. Dieses System gehört zum Immunsystem und durchzieht den ganzen Körper. Es umfasst unter anderem die Lymphknoten, die Milz, das Knochenmark sowie die Gaumen- und Rachenmandeln. Das hat zur Folge, dass sich Hodgkin-Lymphome grundsätzlich überall im Körper bilden können. Hodkgin-Lymphome entstehen, wenn sich bestimmte Zellen des lymphatischen Gewebes, insbesondere sogenannte B-Lymphozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen), infolge von Veränderungen im Erbgut krankhaft verändern. Schließen sich mehrere dieser „Hodgkin-Zellen“ zusammen, bilden sich sogenannte Reed-Sternberg-Riesenzellen, die kennzeichnend für das Hodgkin-Lymphom sind. Bösartige Lymphome, die keine typischen Hodgkin-Zellen aufweisen, werden unter dem Begriff „Non-Hodgkin-Lymphome“ zusammengefasst.

Als kennzeichnendes Merkmal des
Hodgkin-Lymphoms treten bei 70 %
der Betroffenen schmerzlose
Lymphknotenschwellungen auf.

Häufigkeit und Sterberate

Mit 2 – 3 jährlichen Neuerkrankungen auf 100.000 Personen zählt das Hodgkin-Lymphom in Deutschland zu den relativ seltenen Erkrankungen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2012 in Deutschland etwa 2.230 Personen neu am Hodgkin-Lymphom. Zum Vergleich: Im gleichen Jahr erkrankten etwa 62.230 Menschen an Darmkrebs und 70.170 an Brustkrebs. Männer sind im Verhältnis 3:2 häufiger vom Hodkgin-Lymphom betroffen als Frauen. Auch das Erkrankungsalter kann sehr unterschiedlich sein. Hier gibt es zwei Häufigkeitsgipfel: einen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und einen zweiten nach dem 65. Lebensjahr.

Etwa acht von zehn Patienten mit Hodgkin-Lymphom können durch eine an das Stadium der Erkrankung angepasste Therapie geheilt werden. Entsprechend niedrig ist die Sterblichkeitsrate: Laut Robert Koch-Institut starben im Jahr 2012 in Deutschland etwa 377 Menschen am Hodgkin-Lymphom. Wird der Betroffene allerdings nicht behandelt, so verläuft die Erkrankung in der Regel immer tödlich.

Entstehung und Risikofaktoren

Warum Hodkgin-Lymphome entstehen, ist noch nicht vollends entschlüsselt. Als mögliche Einflussfaktoren für die Entstehung werden mitunter das Epstein-Barr-Virus – der Erreger des Pfeifferschen Düsenfiebers – oder Rauchen diskutiert. Da die Erkrankung jedoch auch auftreten kann, ohne dass diese Einflussfaktoren vorhanden sind, wird davon ausgegangen, dass es noch weitere Faktoren für die Entstehung des Hodgkin-Lymphoms geben muss. Neben einer gestörten Steuerung des Immunsystems werden auch erblich bedingte Faktoren und Umwelteinflüsse in Betracht gezogen.

Symptome

Als kennzeichnendes Merkmal des Hodgkin-Lymphoms treten bei 70 % der Betroffenen schmerzlose Lymphknotenschwellungen auf – häufig am Hals oder im Brustbereich. Weitere mögliche Symptome sind Schmerzen und Druckgefühl im Ober- oder Unterbauch sowie Durchfall (bei Befall einzelner Lymphknoten in diesem Bereich) und sehr selten vergrößerte und schmerzende Lymphknoten nach Alkoholgenuss. Dazu treten bei etwa einem Drittel der Betroffenen unspezifische Allgemeinerscheinungen wie Leistungsabfall, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf.

Eine besonders wichtige Rolle bei der Erhebung der Krankengeschichte spielen auch die sogenannten „B-Symptome“. Je nachdem, ob diese vorliegen oder fehlen, folgt eine andere Einteilung in Stadien und eine entsprechende Therapie. Zu den B-Symptomen zählen:

  • Starker Nachtschweiß,
  • ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 10 % des Körpergewichts in sechs Monaten) und
  • Fieber (> 38°C) ohne erkennbare Ursache.

Diagnostik und Stadieneinteilung

Liegt der Verdacht auf eine Erkrankung vor, kann mithilfe einer Gewebeprobe die Diagnose gestellt werden. Dazu wird ein vergrößerter Lymphknoten operativ entfernt und die Probe anschließend im Labor untersucht. Es wird geprüft, ob die – für das Hodkgin-Lymphom charakteristischen – Reed-Sternberg-Riesenzellen und Hodgkin-Zellen vorhanden sind.

Relevant für die Diagnosestellung ist auch, ob die oben genannten B-Symptome vorhanden sind und ob tastbare Lymphknotenschwellungen und Vergrößerungen der Leber und Milz vorliegen. Für den Nachweis eines Hodgkin-Lymphoms ist darüber hinaus auch die Untersuchung des Blutes unerlässlich.

Nachdem ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde, folgen weitere Untersuchungen, die zeigen sollen, wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat. Hierbei kommen unter anderem folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Computertomographie,
  • Röntgen des Brustkorbs,
  • Knochenmarkpunktion und
  • Ultraschalluntersuchung.

Je nachdem, wie weit sich das Hodkgin-Lymphom im Körper ausgebreitet hat, folgt die Einteilung in vier verschiedene Stadien. Das Stadium ist dabei umso höher, je weiter die Erkrankung sich ausgebreitet hat. Die Stadieneinteilung beim Hodkgin-Lymphom reicht vom Befall einer einzelnen Lymphknotenregion im Stadium I bis zum Befall mehrerer Organe im Stadium IV. Da die spätere Therapiewahl streng Stadien-abhängig ist, ist eine präzise Bestimmung des Stadiums sehr wichtig.

Mehr Informationen zur Therapie sowie ein Video zur Veranschaulichung der Wirkweise von immunonkologisch wirkenden Substanzen finden Sie unter

Quelle: 
MSD,
12.09.2017

Forum "Gesundes Schlüchtern"

Galeria Vital® Gesundheits- und Marketingredaktion

[]

  • Themenshop Diabetes
  • Pflege - Empfehlungen